Reinkarnation
| Englisch | reincarnation |
|---|---|
| Synonyme | Wiederverkörperung, Seelenwanderung, Metempsychose |
| Wikidata | Q128593 |
| Graph (ReQ) | ReQ-0000-0000-0000-0028 |
Reinkarnation (von lat. reincarnatio: re- „wieder“ + incarnatio „Fleischwerdung“; wörtlich „erneute Fleischwerdung“, deutsch Wiederverkörperung) ist die Fortsetzung des Lebens der Seele in einer Folge neuer Körper. Der Mensch ist nicht sein Körper: Der Körper ist sterblich, die Seele aber unsterblich und durchlebt zahlreiche Leben nacheinander. Zwischen den Inkarnationen kehrt die Seele in die Geistige Welt zurück, wo sie sich wiederherstellt, das Durchlebte reflektiert und sich auf das nächste Leben vorbereitet. Der Sinn dieses Weges ist die Entwicklung der Seele: das Wachsen an Reife, Weisheit und Liebe von Leben zu Leben.
Wesen
Der Reinkarnation liegt die Unterscheidung von ewiger Seele und vergänglichem Körper zugrunde. Das irdische Leben ist weder zufällig noch einmalig: Es ist eine „Klasse“ in der langen Schule der Seele. Die Umstände der Geburt, die Begegnungen und Prüfungen sind nicht willkürlich – die Seele kommt mit Aufgaben in die Welt, die sie noch vor der Inkarnation selbst gewählt hat. Der Tod ist in diesem Bild kein Ende, sondern eine Heimkehr.
Zyklus der Wiederverkörperung
Die Rückführung unter Hypnose führt den Menschen zu Erinnerungen an frühere Leben und an den Zeitraum dazwischen. Tausende voneinander unabhängige Sitzungen fügen sich zu einem beständigen, in sich stimmigen Bild; am umfassendsten beschrieb es Michael Newton. Der Zyklus lässt sich gut nachzeichnen, wenn man mit der Vorbereitung auf ein neues Leben beginnt:
- Planung des bevorstehenden Lebens. Im Ring des Schicksals wählt die Seele gemeinsam mit ihren Geistführern den künftigen Körper und das Schicksal, skizziert die Lernaufgaben und vereinbart im Voraus mit anderen Seelen die Schlüsselrollen – die künftigen Eltern, Partner, wichtigen Begegnungen.
- Inkarnation. Die Seele tritt in den Körper ein, und die Erinnerung an das Zuhause schließt sich – um das Leben wirklich, mit Wahlfreiheit, zu leben.
- Leben. Die Seele durchlebt das irdische Leben und vollzieht das Geplante – oder weicht davon ab.
- Tod und Befreiung. Der Körper stirbt; die Seele verlässt ihn und kehrt durch das „Tor“ in die Geistige Welt zurück.
- Begegnung und Wiederherstellung. Sie wird vom Führer empfangen, häufig von verwandten Seelen; die im Leben ermüdete Energie wird wiederhergestellt.
- Rückkehr in die Seelengruppe – die Wiedervereinigung mit nahestehenden Seelen, dem ewigen „Zuhause“.
- Ältestenrat. Die Seele reflektiert das Durchlebte gemeinsam mit den weisen Führern – ohne Verurteilung, wie ein Schüler mit seinen Lehrern.
- Lernen. Zwischen den Leben lernt und wächst die Seele und steigt die Entwicklungsebenen empor.
- Und erneut plant die Seele mithilfe der Geistführer das nächste Leben – immer wieder und wieder.
Nach Aussage des Reinkarnationologen Maris Dreshmanis, des Gründers der Akademie der Reinkarnationologie, sind die meisten Menschen imstande, sich an mehr als hundert frühere Leben zu erinnern: Reinkarnation ist nicht eine oder zwei Inkarnationen, sondern ein sehr langer Weg der Seele durch Hunderte von Leben.
Karma
Karma ist keine Strafe von oben, sondern ein Gesetz des Lernens und des Gleichgewichts: Was die Seele in einem Leben in die Welt eingebracht hat, kehrt in anderen zu ihr zurück und hilft ihr, das Verursachte am eigenen Erleben zu begreifen. Das Ziel des Karmas ist nicht das „Abarbeiten von Schuld“, sondern das Wachstum. Den Zeugnissen, die Praktiker gesammelt haben, zufolge gibt es in der geistigen Welt weder Hölle noch ewige Verurteilung – es gibt Entwicklung, Gerechtigkeit und Liebe.
Zeugnisse
Reinkarnation stützt sich nicht allein auf den Glauben:
- in Rückführungssitzungen beschreiben tausende einander unbekannte Menschen das Leben zwischen den Inkarnationen erstaunlich übereinstimmend;
- Ian Stevenson dokumentierte jahrzehntelang spontane, an Fakten überprüfbare Erinnerungen kleiner Kinder an frühere Leben;
- die Vorstellung der Wiederverkörperung entstand bei Völkern aller Kontinente eigenständig.
In den Traditionen der Menschheit
Reinkarnation ist eine der ältesten und am weitesten verbreiteten Vorstellungen der Menschheit. Sie liegt dem Hinduismus zugrunde (die Seele durchläuft den Samsara unter dem Gesetz des Karmas zur Befreiung), ebenso dem Buddhismus, dem Jainismus und dem Sikhismus; die Lehre von der Seelenwanderung (Metempsychose) teilten die antiken Philosophen Pythagoras und Platon; Spuren von ihr finden sich in mystischen Strömungen und Volksglauben in aller Welt.
Erforschung
Heute wird das Thema systematisch durch die Rückführung in frühere Leben und die Methode „Leben zwischen den Leben“ erforscht. Zu den Schlüsselnamen zählen Michael Newton, Brian Weiss, Dolores Cannon, Ian Stevenson und tausende weitere Fachleute auf dem Gebiet der Aktivierung des Reinkarnationsgedächtnisses.
Verwandte Begriffe
Seele – das, was sich wiederverkörpert; Karma – das Gesetz, das die Leben verbindet; Samsara – der Kreislauf von Geburt und Tod; Geistige Welt – das Zuhause der Seele zwischen den Inkarnationen.